Gemeinde Ölbronn-Dürrn

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Geschichte

Zur Geschichte von Ölbronn-Dürrn

Im Zuge der Gemeindereform wurden Ölbronn und Dürrn 1974 zur neuen Gemeinde Ölbronn-Dürrn zusammengeschlossen. Dadurch sollten die Zukunftsprojekte in einen größeren Rahmen gestellt werden, um die anstehenden Aufgaben leichter lösen und bewältigen zu können. Nachstehend wird der Geschichte beider Orte bis zum Jahre 1974 erzählt.

Luftbild Oelbronn
Luftbild Oelbronn
Luftbild Duerrn
Luftbild Duerrn

Ölbronn - Teil 1

Kalkbrennofen
Kalkbrennofen

Ölbronn liegt am Übergang von Kraichgau zum Stromberg. Wegen der Sicherheit an Trinkwasser und des fruchtbaren Lößbodens wurde Ölbronns Markung bereits in der jüngeren Steinzeit (4000 bis 2000 vor Chr.) sporadisch aufgesucht bzw. bewohnt, wie die Aufdeckung einer Wohngrube aus dieser Zeit im "Untenaus“ beweist. Zeugen für eine verhältnismäßig dichte Besiedlung durch die Kelten sind zahlreiche Grabhügel im Erlenbachtal und Mühlau, deren Beigaben eine Zuordnung zur Eisenzeit (Hallstattzeit: 850-400 vor Chr., Latenezeit 400 bis Chr. Geb.) zulassen. Um die Zeitwende schoben die Römer die Grenzen ihres Reiches vom Rhein bis zum mittleren Neckar. Unser Gebiet gehörte zum Dekumatland = Zehntland, in welchem römische Gutshöfe und feste Straße angelegt wurden.

In der verkehrsgünstigen Senke zwischen Nordschwarzwald und mittlerem Kraichgau-Stromberg entstand „Portus“ = Pforzheim und verliefen zwei wichtige Römerstraßen: von Straßburg - Ettlingen - Pforzheim - Illingen nach Cannstatt und von Mainz - Stettfeld - Sternenfels - Illingen nach Cannstatt. Auf Dürrner Flur fand man einen Herkulesgedenkstein, auf Bauschlotter Flur Mauerreste einstiger römischer Gutshöfe. In Ölbronns „Holderäckern“ ackerte man Ziegelschutt und Gefäß-Scherben heraus.

Der Sage nach stand beim „Brühl“ eine römische Siedlung (Stadt „Rothsalmbach“) und auf der „Burg“ ein römischer Gutshof. Als um 259/260 nach Chr. die Alemannen den Limes überrannten und das Dekumatland besetzten, wurden die Zeugnisse römischer Besiedlung zerstört. 496 nach Chr. unterlagen die Alemannen den Franken, die danach das Gebiet bis auf eine Linie Hornisgrinde - Asperg - Nördlinger Ries besetzten und christianisierten.

Zu den alten alemannischen Orten auf -ingen kamen fränkische auf -heim: Brettheim, Horrheim, Helmsheim, Ötisheim. Auf Ölbronner Markung lag einst das Dorf Mulinhusen = Mühlhausen (am „Brühl“) mit mindestens drei Mühlen, im Lorscher Codex um 790 erstmals, dagegen um 892 letztmals erwähnt.

Ölbronn - Teil 2

Keltengrab
Keltengrab

Als Nachfolgesiedlung für das der Sage nach 926 bei einem Ungarneinfall zerstörte Mühlhausen ist Ölbronn anzusehen, das 1244 als Elebrunnen urkundlich erstmals erwähnt wird anlässlich eines Zehntstreites zwischen dem Kloster Maulbronn und dem Pfarrer Wezelo von Buslath = Bauschlott. Sicher reicht Ölbronns Gründung um 300 - 250 Jahre zurück, denn 1244 spricht der Schiedsspruch des Bischofs von Speyer von villanos = Dorfbewohnern Ölbronn. Möglich ist aber auch, dass eine gezielte Ortsgründung als „Straßenangerdorf“ unter den Grafen von Straubenhardt bzw. von Eberstein - die als Lehensleute des Bischofs von Speyer zwischen 1100 und 1300 hier begütert waren - auf „salischem“, d.h. Reichs-Gut vorliegt. Mit dem Kloster stand Ölbronn von 1244 ab bis 1504 unter pfälzischer Schirmherrschaft, ehe es nach kriegerischen Auseinandersetzungen (Bayr. Erbfolgekrieg) an Herzog Ulrich von Württemberg kam. Im 16. Jahrhundert wies Ölbronn 75 „Räuch“ d. h. Wohnhäuser auf, dabei gab es damals bereits 5-6 leere Hofstätten, vornehmlich im Unterdorf.

Im 30-jährigen Krieg wurde Ölbronn am 13. Juli 1622 von Kroaten überfallen und gänzlich eingeäschert, „bei 500 Seelen wurden erschlagen“. 1654 zählte Ölbronn nur 152 Einwohner. Die Lücken wurden nur langsam gefüllt durch Zuwanderer aus dem „Oberland“, aus Österreich und der Schweiz. Ein einziges Haus hat den Brand anscheinend überstanden. Dieses steht in der Oberen Steinbeisstraße 32, bezeichnet mit 1562. Das um 1300 - 1350 erbaute ehemalige Kirchlein brannte auch 1622 nieder und wurde dürftig bis 1690 etwa wieder aufgebaut, teilweise auf altem Gemäuer. Es besaß sogenannte „Gaden“, 2 m dicke Mauern, der alte Friedhof rings um das Kirchlein war von einer hohen Mauer umgeben; wir haben es also mit einer Wehrkirche zu tun.

1748 wurde die Kirche erweitert um je 6 m in Breite und Länge, der zu niedrige Turm (16 m) wurde 1881 abgerissen und auf 36 m gebracht. Beim Franzoseneinfall 1693 wurden Ölbronns Gemeindeakten und Kirchenbücher verbrannt. Schwere Lasten brachte die napoleonische Zeit von 1800 bis 1813. Armut und Überbevölkerung ließen im 19. Jahrhundert rund 1000 Personen, vornehmlich nach USA, auswandern, sodass Ölbronns Einwohnerzahl zwischen 1800 und 1940 sich kaum merklich veränderte: 1800 = 705, 1834 = 832, 1939 = 844. Die beiden Weltkriege schlugen schwere Lücken: 1914 - 1918 fielen 32 Männer, 1939 - 1945 fielen 64 (44 Tote, 20 Vermisste). In den letzten Kriegstagen 1945 fanden um Ölbronn Kämpfe statt, der Ort wurde beschossen, besetzt und geplündert.  Zwischen 1600 und 1840 änderte sich das Siedlungsbild Ölbronns nur unwesentlich. Eine Hecke umgab den Ortsetter. Nur zaghaft wurde entlang den Ausfallstraßen (Dürrner Straße, Maulbronner Straße und Hindenburgstraße) angebaut und erweitert.

1853 wurde die Eisenbahnlinie Mühlacker - Bruchsal gebaut. Sie ist wohl die Ursache, dass Ölbronns Wirtschafts- und Sozialstruktur rascher als in den Nachbarorten (Dürrn, Bauschlott) sich von einer kleinbäuerlichen Gemeinde zu einer Arbeiterwohngemeinde änderte. 1993 wurde der Bahnhaltepunkt geschlossen. Der neue Haltepunkt wurde im Frühjahr 2004 in Betrieb genommen im Zuge der Stadtbahnstrecke Bretten-Mühlacker.Viele Einwohner fanden Arbeit in den umliegenden Städten und Gemeinden; außerdem bieten Handwerks-, Gewerbe- und Industriebetriebe Arbeitsplätze im Ort an. Die Landwirtschaft wird nur noch von wenigen hauptamtlichen Landwirten auf der ca. 500 ha großen Feldflur ausgeübt.

Dürrn - Teil 1

Schanzgraben
Schanzgraben

Es gibt Funde, die uns beweisen, dass schon vor rund 10.000 Jahren Menschen hier gelebt und sich von der Jagd ernährt haben. Auch    aus der mittleren Steinzeit gibt es Spuren menschlicher Besiedlung. Die jüngere Steinzeit bringt Sesshaftwerden und dauernde Besiedlung großer Teile des Landes von verschiedenen, nach Eigenarten der Geräte benannten Menschengruppen. Von ihnen kennt man zum Teil planmäßig angelegte Dorfsiedlungen.

Das Dorf Dürrn wurde urkundlich im Jahr 1240 zum erstenmal erwähnt. Jedoch gilt es als erwiesen, dass der Ort schon sehr viel früher bestand. Den Grenzsteinzeichen nach zu urteilen, entstand Dürrn auf Kieselbronner Markung, kirchlich war es lange noch ein Filial von Kieselbronn. Beide Orte hatten einen gemeinsamen Schultheiß, und im 15. und 16. Jahrhundert sprach man von „Kieseldürrn“.

Im Mittelalter hatte hauptsächlich das Kloster Maulbronn hier Besitz, nach Aufhebung des Klosters war der Ort teils unter württembergischer, teils unter badischer Verwaltung, zeitweise in Händen von vier Grundherren. Der württembergische Anteil wurde 1687, der Leutrumsche mit dem Schloss Karlshausen 1730 von den badischen Markgrafen erworben. Aus dieser Zeit stammt auch das stattliche Fachwerk-Rathaus, das einen besonderen Platz unter den Baudenkmälern Nordbadens einnimmt.

Die Eisenzeit (ab 800 vor Chr.) ist eine Periode rastloser Entwicklung, steigenden Wohlstandes und eines ungeahnten Aufschwunges im Handelswesen. Erstmals erscheint eine klar zu fassende Bevölkerungsgruppe, die Kelten, deren Siedlungen im ganzen ersten vorchristlichen Jahrtausend auf Dürrner Markung nachweisbar sind. So liegen zahlreiche Grabhügel im Erlenbachtal und im Mühlau. Ausgrabungen lassen nach den Grabbeigaben eine Zuordnung in die Hallstattzeit (800 - 400 vor Chr.) zu.

Dürrn - Teil 2

Herkulesgedenkstein
Herkulesgedenkstein

Seit Mitte des 1. Jahrhunderts nach Chr. Nehmen die Römer das Land in Besitz, schieben die Grenze Mitte des 2. Jahrhunderts in die Gegend östlich des Neckars vor und beziehen das durch Straßen und befestigte Plätze gesicherte Hinterland „das Decumatland“ in den römischen Zivilisations- und Kulturbereich durch Anlage von Gehöften und Siedlungen ein.

Auf Dürrner Markung fand man einen Herkulesgedenkstein (zu sehen vor dem Rathaus in Dürrn) und römische Münzen, bei Kieselbronn und Bauschlott Reste römischer Gutshöfe. Durch die Einbrüche der Alemannen mit dem führenden Volk der Sueven (später Schwaben) wurden die Römer schließlich gezwungen, 260 nach Chr. dieses Gebiet ganz aufzugeben. Am Ende des 5. Jahrhunderts unterlagen die Alemannen den Franken und mussten sich 40 Jahre nach dem ersten Zusammenprall ganz deren Machtbereich unterwerfen. Die Christianisierung der Alemannen setzte vor Ende des 6. Jahrhunderts ein. Was die kirchliche Organisation betrifft, so gehörte das alemannische Kerngebiet dem vor 596 gegründeten Bistum Konstanz an. Bei den Franken wie bei den Alemannen lag die Füh-rung beim Königshaus, beim Herzogenhaus und beim Adel. Diese errichteten die ersten Kirchen und nahmen sich der Missionare an.

Das Dorf Dürrn wurde urkundlich im Jahr 1240 zum erstenmal erwähnt. Jedoch gilt es als erwiesen, dass der Ort schon sehr viel früher bestand. Den Grenzsteinzeichen nach zu urteilen, entstand Dürrn auf Kieselbronner Markung, kirchlich war es lange noch ein Filial von Kieselbronn. Beide Orte hatten einen gemeinsamen Schultheiß, und im 15. und 16. Jahrhundert sprach man von „Kieseldürrn“.

Im Mittelalter hatte hauptsächlich das Kloster Maulbronn hier Besitz, nach Aufhebung des Klosters war der Ort teils unter württembergischer, teils unter badischer Verwaltung, zeitweise in Händen von vier Grundherren.

Der württembergische Anteil wurde 1687, der Leutrumsche mit dem Schloss Karlshausen 1730 von den badischen Markgrafen erworben. Aus dieser Zeit stammt auch das stattliche Fachwerk-Rathaus, das einen besonderen Platz unter den Baudenkmälern Nordbadens einnimmt.

Nicht weniger bekannt ist die interessante Wehrkirche mit sogenannten „Gaden“, in deren die Bevölkerung in Kriegszeiten ihre Habe barg. Die ältesten Teile der Kirche stammen aus dem 15. Jahrhundert. Die baulichen Sehenswürdigkeiten werden durch das neben der Kirche stehende 1750 erbaute Pfarrhaus ergänzt. Die genannten Gebäude stehen unter Denkmalschutz und wurden mit erheblichen Landesmitteln wieder in den alten Glanz ihrer Ursprünglichkeit versetzt.

Während der langen Geschichte des Dorfes Dürrn hatten seine Einwohner oft große Not zu ertragen, wie beispielsweise im Dreißigjährigen Krieg, in den Napoleonischen Kriegen und nicht zuletzt in den beiden Weltkriegen dieses Jahrhunderts.

Der Ort hat aber auch an der allgemeinen Entwicklung teilgenommen und seine Struktur verändert. Durch die Industrialisierung hat sich die Zahl derjenigen, die in der Landwirtschaft beschäftigt sind, vermindert, sodass Dürrn mehr und mehr zur Arbeiterwohngemeinde wurde.

Dürrn liegt eingebettet in die liebliche Landschaft des Kraichgaus, knapp zehn Kilometer nördlich von Pforzheim. Das Straßendorf Dürrn zeichnet sich durch seine vielen Fachwerkhäuser aus, die ein schönes, einheitliches Ortsbild vermitteln.

Hier können Sie die PDF Datei Dürrn – Ein Überblick auf die Geschichte des Straßendorfes im südlichen Kraichgau1 herunterladen

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